Der Faun
Antike Skulptur
Künstler: unbekannt
Höhe: 76 cm
Bronze, Wachsausschmelzverfahren
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Exposé
Der Faun ist zuallererst ein Schelm, ein Lebenskünstler, ein den erotischen Freuden zugeneigtes Wesen. Der altlatinische Gott der freien Natur, Beschützer der Hirten und Bauern, findet sein Pendant im griechischen Pan. Als Inuus sorgt er für die Fruchtbarkeit der Herden.
Die Lüsternheit der Faune ist sprichwörtlich. Lüstern wie die Böcke dieser Herden stellt auch der Pan in der griechischen Mythologie den Nymphen nach. Die Nymphe Syrinx beispielsweise wird auf der Flucht vor ihm von ihren Schwestern in ein Schilfrohr verwandelt. Pan schneidet einige Rohre ab, legt sie an den Mund – und wird so der Erfinder der Panflöte.
Gleichzeitig gilt der Faun als Wolfsgott. In Rom wurde das Hauptfest der Lupercalia (Luperci = Wölfe) am 15. Februar gefeiert. Die Priester des Gottes liefen nur mit Fellen frisch geschlachteter Böcke bekleidet um den palatinischen Hügel und schlugen die ihnen entgegen Kommenden mit Riemen, die aus dem Fell der Opfertiere geschnitten waren. Kinderlose Frauen erhofften sich von der Berührung mit diesen Riemen Fruchtbarkeit.
Durch den Grundzug seines Wesens – das unstete Umherschweifen in der Natur (FAUNA), ist er seinem Vater Hermes und insbesondere auch dem ekstatischen Diónysos, dem Gott des Weines und letztlich auch der Sorglosigkeit, ähnlich.




